Für Schulen und Jugendgruppen

Jeder Workshop wird eigens an die Bedürfnisse jeder Gruppe angepasst. In diesem Bereich der Website möchten wir mögliche Workshops vorstellen und kurz beschreiben, welche jedoch vereint und kombiniert werden können.
Unsere methodische Herangehensweise nimmt die Teilnehmer*innen und das, was im Lauf des Workshops aus der Gruppe hervorgeht, als Ausgangspunkt. Auch die Art und Weise des Workshops passt sich individuell den Ansprüchen und Bedürfnissen der Gruppe an.

Ich wachse, du wächst

Der Erwerb des Bewusstseins ist ein Prozess der das ganze Leben lang dauert. Zu Unrecht glaubt man, dass Workshops zur Anerkennung von Emotionen, zur Ausbildung der Wertschätzung und zur Belastbarkeit nur für Kinder geeignet sind.
In dem folgenden Bereich finden Sie diverse Workshop Angebote zu den Themen: Emotionen, Selbstwertgefühl und Widerstandsfähigkeit, die für verschiedene Altersgruppen angeboten werden.

Emotionen

Die Kurse über Emotionen werden auf das Alter der Teilnehmer abgestimmt und sind anhand dessen auch unterschiedlich und abwechslungsreich gestaltet. Für Kinder schlagen wir emotionale Grundbildung im Level I und II vor, ein Workshop über die Schwierigkeit, Emotionen zu akzeptieren und auszudrücken.

Die Aktivitäten für Jugendliche und junge Erwachsene konzentrieren sich auf emotionale Bildung und auf die die Nützlichkeit durch Emotionen weiterzulernen. Das Angebot für Erwachsene reicht von der emotionalen Erziehung über die Nutzung emotionaler Intelligenz bis hin zur Vermittlung von Emotionen.

Es werden während der Workshops verschiedene Methoden angewandt: körperliche Übungen, Zeichnungen, theatralische Darstellungen…

Die Workshops unterteilen sich in verschiedene Altersgruppen: von 4 bis 6 Jahren, von 7 bis 11 Jahren, von 12 bis 15 Jahren, von 15 bis 18 Jahren und von 18 Jahren aufwärts.

Belastbarkeit

Die Workshops über Belastbarkeit bieten Übungen an, um emotionalen Widerstand in Konfliktsituationen oder Situationen, die normalerweise als unangenehm wahrgenommen werden, welche das Selbstvertrauen potenziell senken und Situationen des Unwohlseins im Individuum bestimmen können, zu trainieren.

Auch in diesem Fall wird der Workshop in Altersgruppen unterteilt: von 11 bis 15 Jahre, von 15 bis 18 Jahre und von 18 Jahren aufwärts.

Selbstwertgefühl

Eine ausgewogene Selbsteinschätzung auch im Hinblick auf den Umgang mit anderen oder der Situation, in der man sich befindet, ist essentiell um mit einem Gefühl des Wohlbefindens aufzuwachsen und zu leben und in der Lage zu sein, sich dialogisch und nicht depressiv oder manisch mit den Leuten im persönlichen Umfeld zu identifizieren. Die angebotenen Aktivitäten sorgen demnach für die Stimulation des Selbstbewusstseins und der eigenen Kapazitäten und Fähigkeiten.

Die Workshops unterteilen sich in verschiedene Altersgruppen: von 4 bis 6 Jahren, von 7 bis 11 Jahren, von 12 bis 15 Jahren, von 15 bis 18 Jahren und von 18 Jahren aufwärts.

Geschlecht

„Alle Menschen bringen in sich eine in der Evolution verewigte Idee mit sich, wer sie sind und was sie in der Lage sind zu realisieren (…). Die Identität und die Kapazität des Individuums können demnach nicht von den Verhaltensweisen, welche die Gesellschaft für männlich und weiblich hält, umschrieben werden. Es ist fundamental, dass jedes Individuum das Recht hat, das im Leben voranschreitende Selbst zu bestimmen und zu definieren, ohne sich dabei Sorgen über das chromosomale Geschlecht, die Geschlechtsorgane, das angeborenen Geschlecht oder die Rolle des Geburtsgeschlechts, zu machen.“ (Internationale Charta der Geschlechterrechte – Houston, Texas, 1993)

Die Workshops reichen von der Aufwertung des Unterschiedes bis zur Infragestellung der Stereotypen und Vorurteilen in Zusammenhang mit der Identität des Geschlechts. Die Workshops bieten sich allen an, um Werkzeuge und Lösungen anzubieten, welche helfen könnten, die von Medien und dem Alltagsverständnis vorgegebenen Diskussionen kritisch zu entschlüsseln und zu dekonstruieren.

Die Arbeitsbereiche folgen den Alters- und Entwicklungsgruppen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, daher werden verschiedene Aktivitäten angeboten.

Wir wachsen in einer Gemeinschaft

Dieser Bereich beschreibt Angebote, um die möglichen Rollen hervorzuheben, welche Individuen innerhalb einer Gruppe einnehmen können, und mögliche Dynamiken, welche sich aus der Kombination dieser Rolle und der Persönlichkeit eines Menschen entwickeln. In diesem Fall setzt sich der Workshop als Ziel, die verschiedenen Bedingungen des Zusammenseins zu analysieren und das Bewusstsein über die Kapazitäten von Konflikten zu fördern.

Stereotypen und Vorurteile

Die Auseinandersetzung mit diesem Thema bedeutet, eine komplexe Verflechtung zwischen dem, was das Denken und Fühlen des Einzelnen und seine Beziehung zu dem ihn umgebenden Kontext betrifft, zu bilden. Wir haben uns entschieden es unter den Aktivitäten, welche die Beziehung des Jugendlichen mit der eigenen Bezugsgemeinschaft betreffen, aufzulisten, weil wir glauben, dass der eigene Standpunkt über die/den Andere/n – wenn statisch und monolithisch – einer der mächtigsten möglichen Mechanismen von Gewalt ist. In dieser Hinsicht nehmen sich die Workshops vor, die präsenten Stereotypen und Vorurteile in jedem/jeder von uns zu dekonstruieren und die Mechanismen zu analysieren, durch die sie gebildet werden.

In diesem Fall können wir Ihnen drei Altersgruppen für die Ausarbeitung dieser Angebote empfehlen: von 6-11 Jahren, von 12-15 und von 16 aufwärts.

Rollen und Positionen in einer Gruppe

Die Rolle betrifft das Verhalten, das von den verschiedenen Mitgliedern einer Gruppe gezeigt und erwartet wird.
Da jede Rolle ein komplexes System aus selbst bestimmten Erwartungen von Aktivitäten und Beziehungen ist, die eine Person innerhalb und in Bezug auf den Kontext, der sie umgibt, einnimmt, ist es wichtig, die dialogischen und gewaltfreien Beziehungen zu trainieren und ein Bewusstsein für all diese Elemente zu schaffen.
Insbesondere Klassen und andere Nicht-formale Gruppen wie, jene assoziative, gemeindliche und sportliche sind Gruppen, die „freiwillige“ Rollen und institutionell festgelegte Rollen mischen und daher eine undifferenzierte Komplexität mit sich bringen.

Die Aktivitäten, die wir anbieten, zielen darauf ab, dem Einzelnen und der Gruppe zu helfen, Respekt vor diesen Dynamiken zu erlangen und damit ein befriedigenderes Beziehungsmanagment zu ermöglichen.

Konkurrierend oder kooperativ?

Eines der größten Dilemmata, welches man in einer Gruppe finden kann, betrifft die Beziehung gegenüber den anderen Mitgliedern der gleichen Gruppe. Konflikt oder Zusammenarbeit? Rivalität oder Teilung? Es ist nicht immer einfach, die eine oder die andere Situation zu überblicken, aber es ist auch nicht einfach, eine Entscheidung zu treffen, welche nicht durch das kulturelle Umfeld, in welchem die Gruppe lebt oder agiert, beeinflusst ist, und sich gleichzeitig auf das Wohlergehen aller betroffenen Personen zu fokussieren.

Die betreffenden Workshops sind in diesem Arbeitsfeld vor allem auf die Demaskierung der sogenannten obligatorischen Lösungspfade und auf die Förderung eines kreativen Denkens bezüglich der Lösung von Gruppenproblemen und der Zielerreichung ausgerichtet.

Geschichte und Erinnerung

Die Kenntnis von den geschichtlichen Prozessen, den Ereignissen und den Akteuren von 1944 braucht man als Basis einer tiefgründigen Reflexion über die Mechanismen, welche diese Geschehnisse mit sich brachten.
Der Workshop wird ausgehend von der Präsenz der Gruppe an einigen Orten des Massakers durchgeführt und aktiviert sowohl kognitive als auch emotionale Prozesse, welche den pädagogischen Workshop zu einer grundlegenden menschlichen Erfahrung machen.

Am Monte Sole "wohnen"

Der Workshop beginnt bereit mit der physischen Präsenz der Gruppe an einigen Orten des Massakers. Der historische Kontext des Massakers wird von den Teilnehmer*innen durch die Unterstützung eines Trainers /einer Trainerin rekonstruiert: so greift man auf alle bisherigen Kenntnisse über das Thema zurück (auch unbewusst: Erzählungen und Familiengeschichten, Filme, Dokumentationen, Romane usw.), um sie in einem gemeinsamen, aber nicht monolithischen Rahmen zusammenzusetzen.

Ebenso löst das Hören der Geschichten einiger Überlebenden, neben der Anregung der Empathie mit den Opfern von Gewalt, durch die Vermittlung des Leiter /der Leiterin die Debatte über das komplexe Konzept von „Täter“, „Mitläufer“ und „Zeuge“ aus.

Wer hat ähnliche Aktionen begehen können? Waren sie menschlich? Wie kann ein Mensch nur? Konnte man verweigern? Was ist die Grenze zwischen persönlicher Verantwortung und der Einfluss des Kontexts und der Gruppe? Gilt es nur im Krieg? Kann man nur „bleiben um zu schauen“? Der/ Die Trainer*in wirft, durch die Interaktion mit den Teilnehmern, Zweifel und Fragen über die Dynamiken des menschlichen Handelns auf und verwendet anregende Beispiele, die direkt aus dem Alltag der Teilnehmer*innen stammen.
Angefangen beim Aufenthalt in der Gedenkstätte bis hin zu den Workshop Aktivitäten der Verarbeitung und Vertiefung, ist das wichtigste Ziel der Workshops, die Fähigkeit zum kritischen Denken anzuregen, um Raum und Zeit für das Nachdenken und Diskutieren grundlegender Fragen, die das eigene Gewissen zutiefst in Frage stellen, bereitzustellen.
Der Zweck ist nicht, Monte Sole mit der tröstenden Idee, dass die Gewalt etwas aus der Vergangenheit oder von woanders kommt zurück zu lassen, sondern unangenehme Fragen an das individuelle Bewusstsein  zu stellen: Was hat es für einen Sinn, der Tragödien der Vergangenheit zu gedenken? Sind die Propagandamechanismen und die Konstruktionen des Feindes, welche zu den Katastrophen des 2. Weltkrieges führten, auf damals beschränkt? Oder treten sie an anderen Orten und zu anderen Zeiten erneut auf?
Bis zu welchem Punkt können wir uns selbst freisprechen, wenn wir einen Befehl befolgen? Passen wir uns freiwillig an die Gruppe an oder „sehen wir zu“? Politische Bildung: angefangen beim eigenen Bewusstsein, wie man ein Mensch mit Licht und Schatten sein kann, als Voraussetzung für eine richtige Beziehung mit anderen in einem demokratischen und gewaltfreien Zusammenleben.

Monte Sole erzählt keine einfache Geschichte, und wir glauben nicht, dass es ethisch korrekt wäre, sie zu verharmlosen. Gleichzeitig sind wir jedoch der festen Überzeugung, dass Pädagogik keinen Schock erzeugen sollte, sondern das Zuhören und die Achtsamkeit jedes einzelnen Teilnehmers/jeder einzelnen Teilnehmerin in diesem Prozess fördern sollte. Deswegen unterstreichen wir, dass es für den Trainer/die Trainerin nicht möglich ist, diesen Workshop mit Gruppen über 15 Personen durchzuführen. Außerdem raten wir von dem „klassischen Workshop“ für Jugendliche unter 12 Jahren ab.

Dabei verlässt sich die Scuola di Pace auf Profis, die gleichzeitig fachkundige Guides, Mediator*innen, Vermittler*innen und Ausbildner*innen sind: Diese sind sie in der Lage, die Arbeit und die beschriebenen Ziele auch für Jüngere Gruppen anzugleichen, nachdem sie sich mit dem Lehrer/der Lehrerin oder dem/der Verantwortlichen der Gruppe unterhalten und das geeignetste Angebot ausarbeiten.

Die Erinnerung der Vergessenen

Wir sind in einem kleinen italienischen Städtchen nach 1943. Die Behörden entscheiden, die Deportation von Häftlingen in ein Sortierungszentrum für Vernichtungslager einzuleiten. Der nicht deportationsgefährdete Teil der Bevölkerung wurde benachrichtigt. Einige Familien wollen es probieren, andere zu verstecken und ihnen zu helfen, andere Familien denken, dass es sei zu risikoreich und die Strafen seien es nicht wert, so viel für andere Personen zu riskieren. Durch ein einfaches Rollenspiel wird den Teilnehmer*innen die Aufgabe gestellt zu entscheiden, was zu tun ist. Sobald die Entscheidung nach einer kurzen Restitution und Diskussion gefallen ist, enthüllt man den Teilnehmer*innen, dass die Personen, die zu deportieren waren, keine Juden/Jüdinnen waren sondern… .

Die Reaktionen auf diese Enthüllung können vielfältig sein: Verwirrung, Behauptungen in einem scherzhaften Ton darüber, dass es richtig wäre, Juden/Jüdinnen zu schützen, aber nicht „die Anderen“, Ärger über die „Täuschung“… . Von hier aus durchläuft man eine komplexe Reflexion über Stereotypisierung, Abflachung und Banalisierung des Phänomens der Shoah und ihre Symbole. Gleichzeitig vertieft die Reflexion die Mechanismen der Funktionsweise der Stereotypen und der Vorurteile, welche heute wie in der Vergangenheit, in jedem/jeder von uns vorgehen. Die Idee ist diese des oft rhetorischen „Nie Wieder“ zu durchlaufen, um sich unaufhörlich zu fragen: wieso immer noch? Wie war es und ist es möglich?

Die Grauzone

Ein Experiment aktiver Erinnerung, der Untergetauchten und Geretteten von Primo Levi-Einaudi 1986.

Die „Grauzone“ ist ein theatralisches und pädagogisches Experiment zur aktiven Erinnerung, welches an jedem beliebigen Ort, der bis zu 45 Sessel in einem Kreis fassen kann, möglich ist. Die Methodik, die META anwendet, um Zweifel, Fragen und Neugierde zu erwecken und um Stereotypen und Klischees zu zerstören, ergibt sich aus der Vereinigung zweier unterschiedlicher, aber ähnlicher Berufserfahrungen: jene des Archivs Zeta (im Bereich des Wort-Theater) und jene der Scuola di Pace (im Bereich der Gedächtnisbildung und der Eigenverantwortung). Die Gefahr, dass die mit jeder Feier verbundene Rhetorik Gewöhnung, Loslösung oder Desinteresse erzeugt, ist seit einigen Jahren Realität. META verfolgt demnach eine auf Verantwortung und Achtsamkeit im Gebrauch von Wörtern und Bildern gegründeten Unterrichtsmethode. Ausgehend vom letzten Buch, das Primo Levi uns zurückgelassen hat, Die Untergegangenen und die Geretteten, und insbesondere vom Kapitel „die Grauzone“, Herz der Diskussion und Gelenk des Gedanken von Levi, beginnt das Experiment in Form einer theatralischen Erzählung über die menschliche, politische und moralische Angelegenheit von Chaim Mordecai Rumkowski, Präsident des Ghetto von Łódź, Autokrat und Komplize des Nationalsozialismus, eine Persönlichkeit, welche Levi als Symbol verwendet, um uns dazu anzuregen über die „Grauzone“ nachzudenken.

Die Teilnehmer*innen werden ein aktiver Teil, müssen sich beteiligen und mitdiskutieren.

Um eine Aufführung zu organisieren und für Informationen, Reservierungen und Kosten:
Archivio Zeta 334 9553640 – email: info@archiviozeta.eu
Elena Monicelli – email: elenamonicelli@montesole.org

Kontaktieren Sie uns um eine individuelle Führung zu planen

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