Wenn man an die Ausbildung Erwachsener denkt, konzentriert sich der Diskurs hauptsächlich auf die berufliche Ausbildung in Form von arbeitstechnischer Qualifikation oder Umschulung. Gelegentlich betrachtet man die/den Erwachsene/n wie ein Objekt in Entwicklung und denkt, dass die unzähligen Anregungen und Situationen, in denen ein/e Erwachsene/r involviert ist Emotionen, Gefühle und das Verhalten erstarren lassen. Es wird oft übersehen, dass genau diese Veränderung – und nicht die neuen Generationen ohne Werte – zur Stärkung einer Gesellschaft beiträgt, die immer mehr von Solidarität, von Respekt, von Gleichheit und Gerechtigkeit abrückt.
Deshalb richtet sich die Scuola di Pace auch an Erwachsene und bietet Kurse an, die in Arbeitskontexten helfen können, weil sie direkt mit der spezifischen Fortbildung des Berufs verbunden sind, und weil sie entwickelt wurden um die emotionale Elastizität und die Lebendigkeit der Reflexe zu trainieren.

Wie auch bei Schulen, sind die besten Arbeiten diejenigen, die sich aus der Interaktion zwischen unseren Fähigkeiten und Ihren Bedürfnissen und Zielen ergeben. Aus diesem Grund bitten wir Sie, sich mit uns in Verbindung zu setzen, um den für Sie am besten geeignetsten Workshop zusammenzustellen.

Beruflich

Lehrer*innen, Trainer*innen und Erzieher*innen

Workshops die für diese Berufsrichtungen gedacht sind, sind vor allem für Fortbildungszwecke konzipiert. Nicht nur theoretische Vertiefungen, sondern auch echte Lernerfahrungen, die neue Impulse und Reflexionsmöglichkeiten über die tägliche Arbeit mit den Auszubildenden bieten wollen, sowie neue Instrumente oder neue Wege die alten Instrumente in der Praxis anzuwenden.

Die vertiefenden Themen betreffen die Erziehung zu Geschichte und zu Erinnerung, zur Verfassung, zu den Menschenrechte, zu politischer Bildung und dem emotionalen und sozialen Wachstums junger Menschen.

Besonders für Lehrer*innen organisieren wir Trainingseinheiten, die Unterrichtsstunden an den Institutionen und mindestens einen Workshop-Tag am Monte Sole vorsieht. Die Ausbildung ist umso effektiver desto mehr sie thematisiert wird: Wir ermutigen Sie, unsere Arbeit Ihren Lehrkolleg*innen vorzuschlagen, um die Themen zu koordinieren, damit sich die Erfahrung weiter verbreitet und ihr Potenzial voll ausgeschöpft werden kann. Im generellen ist der beste Moment mit uns Kontakt aufzunehmen in der ersten Septemberhälfte, wir stehen aber natürlich immer zur Verfügung.

Andere Berufe

Es gibt einige Berufe für die die Fragen die Monte Sole aufwirft von grundlegender Bedeutung sind. Über Propaganda, gewaltsamen Sprachgebrauch, den Druck von Autoritäten oder der Gruppe, über den Einfluss von Befehlen und Hierarchie zu reflektieren kann für Journalist*innen, Beamte/Beamtinnen und Manager*innen, lokale Verwalter*innen und Strafverfolgungsbehörden entscheidend sein.
Auch wenn es wahr ist, dass einige angesprochene Inhalte und Themen der Geschichte des Monte Sole nicht direkt die Ausführung der alltäglichen Arbeit betreffen, ist es auch wahr, dass Situationen, in denen die Arbeit nicht in Gruppenkontexten ausgeführt wird, immer seltener werden.

Daher organisiert die Scuola di Pace mehrtägige Seminare für diejenigen, die das Bewusstsein für die Rolle ihrer Arbeit in der Gemeinschaft stärken und das Arbeitsklima in ihrem eigenen Umfeld verbessern wollen.

Es werden unter anderem vorgeschlagene Aktivitäten und Workshops über das Bewusstsein und der Dekonstruktion von Stereotypen und Vorurteilen, über Gruppen- & soziale Dynamiken, über den Beziehungsstil, sowie Themen, die enger mit den historischen Ereignissen des Monte Sole und generell mit dem 2. Weltkrieg verbunden sind, behandelt.

Erwachsenengruppen

„Wohnen“ am Monte sole

Der Workshop beginnt schon mit der physischen Präsenz der Gruppe in einigen Orten des Massakers. Der historische Kontext des Massakers wird von den Teilnehmer*innen durch die Unterstützung des Trainers /der Trainerin rekonstruiert: so greift man auf alle bisherigen Kenntnisse über das Thema zurück (auch unbewusst: Erzählungen und Familiengeschichten, Filme, Dokumentationen, Romane usw.) um sie in einem gemeinsamen, aber nicht monolithischen Rahmen zusammenzusetzen.

Ebenso löst das Hören der Geschichten einiger Überlebenden, neben der Anregung der Empathie mit den Opfern von Gewalt, durch die Vermittlung der Leiter /der Leiterin die Debatte über das komplexe Konzept von „Täter“, „Mitläufer“ und „Zeuge“ aus.

Wer hat ähnliche Aktionen begehen können? Waren sie Menschen? Wie kann ein Mensch nur? Konnte man verweigern? Was ist die Grenze zwischen persönlicher Verantwortung und der Einfluss des Kontexts und der Gruppe? Gilt es nur im Krieg? Kann man nur „bleiben um zu schauen“? Der/ Die Trainer*in wirft, durch die Interaktion mit den Teilnehmern, Zweifel und Fragen über die Dynamiken des menschlichen Handelns auf und verwendet anregende Beispiele, die direkt aus dem Alltag der Teilnehmer*innen stammen.
Angefangen beim Aufenthalt in der Gedenkstätte bis hin zu den Workshop Aktivitäten der Verarbeitung und Vertiefung, ist das wichtigste Ziel der Workshops die Fähigkeit zum kritischen Denken anzuregen, um Raum und Zeit für das Nachdenken und Diskutieren grundlegender Fragen, die das eigene Gewissen zutiefst in Frage stellen, bereitzustellen.
Der Zweck ist nicht Monte Sole mit der tröstenden Idee, dass die Gewalt etwas aus der Vergangenheit oder von woanders ist zurück zu lassen, sondern unangenehme Fragen an das individuelle Bewusstsein  zu stellen: Was hat es für einen Sinn den Tragödien der Vergangenheit zu gedenken? Sind die Propagandamechanismen und die Konstruktionen des Feindes, welche zu den Katastrophen des 2. Weltkrieges führten, auf damals beschränkt? Oder treten sie an anderen Orten und zu anderen Zeiten erneut auf?
Bis zu welchem Punkt können wir uns selbst freisprechen wenn wir einen Befehl befolgen, passen wir uns freiwillig an die Gruppe an oder „sehen wir zu“? Politische Bildung: angefangen beim eigenen Bewusstsein wie man ein Mensch mit Licht und Schatten sein kann als Voraussetzung für eine richtige Beziehung mit anderen und einem demokratischen und gewaltfreiem Zusammenleben.

Der Kalender der Erinnerung

„Der Kalender der Erinnerung und seine Formen“. Die Scuola di Pace di Monte Sole, welche sich seit Jahren schon Fragen über das Bildungspotenzial einer tragischen Erinnerung für den Zweck der politischen Bildung stellt, hat eine Reflexion über die Problematik der Gedenkfeiern in Anbetracht ihrer Wirksamkeit auf eine wirkliche Konstruktion einer Kultur des Friedens entwickelt. Was muss passieren um Gedenkveranstaltungen, welche die institutionalisierten Gedenktage vorsehen, von „Pflicht der Erinnerung“ in „Erinnerungsarbeit“ zu transformieren? Was ist zu tun, um eine individuelle und kollektive Reflexion über die Gründe, die extreme Gewalt möglich gemacht haben, zu initiieren und dieselben Fragen über den Kontext im Hier und Jetzt zu stellen?

Das Wechselspiel zwischen persönlicher und kollektiver Erfahrungen kann einen interessanten Interpretationsschlüssel ergeben um die Bedeutung des Erinnerns und das Konzept der historischen Erinnerung zu hinterfragen: warum entscheidet sich eine Gemeinschaft zu erinnern? Wie entscheidet sie sich an was sie sich erinnert? Wer übernimmt diese Entscheidung? Wie kann man sich erinnern, welche sind die „korrekteren“ Methoden? Haben die Erinnerungsweisen Konsequenzen für die Gegenwart von Menschen, die sich erinnern oder sind sie neutral? Schaffen die aktuellen Arten „Erinnerung zu betreiben“ es wirklich, die Notwendigkeit, zu dem „Uns“ beizutragen und unsere kollektive Identität, aufzubauen? Warum scheint es, dass man in der Proliferation des Erinnerns die Intensität und die Effektivität verliert?

Die Scuola di Pace bietet einen Workshop an, in welchem die Teilnehmer*innen, durch Methoden der Non-Formal-Education, gebeten werden:
– den italienischen Zivilkalender nachzuvollziehen, zu untersuchen, was ihm zugrunde liegt und welche enormen Potenzialwerte er enthält, um zu einer oder mehreren Möglichkeiten zu gelangen, Erinnerungen zu schaffen, die wirklich dem Wunsch und der Notwendigkeit entsprechen, die Existenz einer demokratischen Gemeinschaft zu konsolidieren und zu begünstigen sowie der Unterstützung und Förderung von Frieden und Menschenrechten;
– einige künstlerische Erfahrungen analysieren, die nicht mit dem Thema der Erinnerung zusammenhängen, um ihre Bedeutung und ihre Konsequenzen zu diskutieren und zu begründen;
– einen persönlichen Zugang der Gedenkfrage, basierend auf der eigenen Rolle und Sensibilität, zu skizzieren.

Die Erinnerung der Vergessenen

Wir sind in einem kleinen italienischen Städtchen nach 1943. Die Behörden entscheiden die Deportation der Häftlinge in ein Sortierungszentrum für die Vernichtungslager einzuleiten. Der nicht deportationsgefährdete Teil der Bevölkerung wurde benachrichtigt. Einige Familien wollen es probieren andere zu verstecken und zu helfen, andere Familien denken, dass es zu risikoreich wäre und die Strafen es nicht wert seien so viel für andere Personen zu riskieren. Durch ein einfaches Rollenspiel wird den Teilnehmer*innen die Aufgabe gestellt zu entscheiden was zu tun ist. Sobald die Entscheidung nach einer kurzen Restitution und Diskussion gefallen ist, enthüllt man den Teilnehmer*innen, dass die Personen, die zu deportieren waren keine Juden/Jüdinnen waren aber… .

Die Reaktionen auf diese Enthüllung können vielfältig sein: Verwirrung, Behauptungen in einem scherzhaften Ton über den Fakt, dass es richtig wäre Juden/Jüdinnen zu schützen aber nicht „die Anderen“, Ärger über die „Täuschung“… . Von hier aus durchläuft man eine komplexe Reflexion über Stereotypisierung, Abflachung und Banalisierung des Phänomens der Shoah und ihre Symbole. Gleichzeitig vertieft die Reflexion die Mechanismen der Funktionsweise der Stereotypen und der Vorurteile, welche heute wie in der Vergangenheit, in jedem von uns vorgehen. Die Idee ist diese des oft rhetorischen „Nie Wieder“ zu durchlaufen um sich unaufhörlich zu fragen: wieso noch? Wie war es und ist es möglich?

Die Grauzone

Ein Experiment aktiver Erinnerung, der Untergetauchten und Geretteten von Primo Levi-Einaudi 1986.

Die „Grauzone“ ist ein theatralisches und pädagogisches Experiment zur aktiven Erinnerung, welches sich an beliebigen Orten, die bis zu 45 Sessel in einen Kreis fassen können, abspielt. Die Methodik, die META anwendet, um Zweifel, Fragen und Neugierde zu erwecken und um Stereotypen und Klischees zu zerstören, ergibt sich aus der Vereinigung zweier unterschiedlicher aber ähnlicher Berufserfahrungen: jene des Archivs Zeta (im Bereich des Wort-Theater) und jene der Scuola di Pace (im Bereich der Gedächtnisbildung und der Eigenverantwortung). Die Gefahr, dass die mit jeder Feier verbundene Rhetorik Gewöhnung, Loslösung oder Desinteresse erzeugt, ist seit einigen Jahren Realität. META verfolgt demnach eine auf Verantwortung und Achtsamkeit im Gebrauch von Wörtern und Bildern gegründeten Unterrichtsmethode. Ausgehend vom letzten Buch, das Primo Levi uns zurückgelassen hat, Die Untergetauchten und die Geretteten, und insbesondere vom Kapitel „die Grauzone“, Herz der Diskussion und Gelenk des ganzen Gedankens von Levi beginnt das Experiment in Form einer theatralischen Erzählung über die menschliche, politische und moralische Angelegenheit von Chaim Mordecai Rumkowski, Präsident des Ghetto von Łódź, Autokrat und Komplize des Nationalsozialismus, eine Persönlichkeit, welche Levi als Symbol verwendet um uns dazu anzuregen über die „Grauzone“ nachzudenken.

Die Teilnehmer*innen werden ein aktiver Teil, müssen sich beteiligen und mitdiskutieren.

Um eine Aufführung zu organisieren, Informationen, Reservierungen und Kosten:
Archivio Zeta 334 9553640 – email: info@archiviozeta.eu
Elena Monicelli – email: elenamonicelli@montesole.org

Konkurrierend oder kooperativ?

Eines der größten Dilemmas welches man in einer Gruppe findet kann, betrifft die Arten/Methoden der Beziehung gegenüber den anderen Mitgliedern der gleichen Gruppe. Antagonismus oder Zusammenarbeit? Rivalität oder Aufteilung? Es ist nicht immer einfach in die eine oder andere Richtung zu leiten aber es ist auch nicht einfach eine Entscheidung zu treffen, welche nicht konstant durch das kulturelle Umfeld in welchem die Gruppe lebt oder agiert, beeinflusst ist, aber sich im Gegenteil gleichzeitig auf das Wohlergehen aller betroffenen Personen fokussiert.

Die betreffenden Workshops sind in diesem Arbeitsfeld vor allem auf die Demaskierung der sogenannten obligatorischen Straßen und auf die Förderung von kreativem Denken ausgerichtet, im Bezug auf die Lösung von Gruppenproblemen und Zielerreichung.

Kontaktieren Sie uns um eine individuelle Führung zu planen

  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.